Deutsche und Hereros und Namas – eine Synopse der Meinungen
Hier eine Übersicht der wichtigsten Stimmen zum Verhältnis der Deutschen, in Deutschland und Namibia, und den Hereros und Namas und dem Stand der Versöhnung. War es ein Genozid, der Wiedergutmachung erfordert?
- Last update: Mai 2009
Meinungen aus Deutschland
> Linke Positionen
- Bundesdeutsch-namibischer Versöhnungsdialog in der Sackgasse (November 2007)
Ja, erklärt Peter Schellschmidt in der “afrika süd”, die Schutztruppen haben 1904 im Namen des Deutschen Reiches im damaligen Deutsch-Südwestafrika Genozid am Volk der Herero begangen. Auch die Nama und Damara wurden nicht geschont. Dennoch: Den Vergleich mit dem Holocaust halte er für eine unzulässige Verharmlosung desselben. Endlich mal Vernunft aus der linken Ecke!
- Verdacht des Tribalismus bei Entschädigungszahlungen ist haltlos geworden( März 2007)
Erklärung des Vorstandes der Informationsstelle Südliches Afrika (issa), 6. März 2007, zum Antrag der Fraktion DIE LINKE auf Anerkennung und Wiedergutmachung der deutschen Kolonialverbrechen im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika.
- Antrag der Linksfraktion im Bundestag zu Anerkennung und Wiedergutmachung der deutschen Kolonialverbrechen im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika (März 2007)
Hier der exakte Wortlaut der Antrages der Linksfraktion im Bundestag zu materieller Wiedergutmachung, welche nicht nur die Ernsthaftigkeit des deutschen Willens zur Übernahme besonderer Verantwortung im Verhältnis zu Namibia signalisiere, sonderns auch gleichbedeutend mit der historischen Anerkennung des Genozids wäre — O-Ton.
- Tatbestand Völkermord in der Tageszeitung “junge Welt” (Nov 2006)
Ein aufschlussreiches Gespräch mit Henning Melber über den deutschen Genozid an den Herero und Nama und namibische Forderungen nach Wiedergutmachung und über das Verhältnis der SWAPO zur DDR ehemals und heute und einen Besuch Margot Honeckers 2005 in Windhoek. Es müßten die tiefenpsychologischen Wurzeln offengelegt werden, die es ermöglichen, daß es nach wie vor gelingt, Kolonialgeschichte relativierend darzustellen – so wie das auch eine Zeitlang im Umgang mit dem deutschen Faschismus geschah, so Melber.
- Der Kolonialismus hat die wirtschaftliche Existenzgrundlage der Herero-Bevölkerung untergraben (August 2006)
Die Rede am Herero-Tag in Okahandja (Namibia), 27. August 2006, von Hüseyin Aydin, Vertreter der Linksfraktion im Deutschen Bundestag.
- Völkermord bleibt Völkermord – und verlangt Entschädigung (2006)
issa-Erklärung zur Frage der Entschädigungen für die Opfer des deutschen Völkermords in Namibia im Mai 2006. Der Titel sagt alles.
- Bundesdeutsche Ratlosigkeit gegenüber Herero (2005)
Auf der Homepage der Inwent über Namibia ist ein PDF-Archiv des Artikels “Festgefahren” aus der afrika süd Nr.6, 2005, von Joachim Zeller, gepostet. Der Autor schildert die bundesdeutsche Ratlosigkeit angesichts der vorläufig gescheiterten Versöhnungsinitiative zwischen Namibia und Deutschland und wie vor allem die deutsche Zivilgesellschaft in repräsentativer Weise in den Versöhnungsdialog einzubinden sei.
> Konservative Postion
- Die Konrad Adenauer Stiftung zum Deutsch-Hereroschen Verhältnis 2004
Es gibt auch auf Ausgleich bedachte Meinungen zu diesem brisanten Thema.
Meinungen aus Namibia
> Deutschsprachig progressiv
- Deutschsprachige Namibier sind bewiesenermaßen lernfähig (2003)
Die Bewältigung des Herero-Krieges von 1904 sei Sache beider namibischen Gruppen, der Herero und auch der Deutschsprachigen. Beide würden die Verantwortung für die Gestaltung einer freien Gesellschaft in einer friedlichen Zukunft tragen, so Hans-Erik Staby, einer der prominentesten deutschsprachigen Namibier im Jahre 2003.
- Gänzlich im deutsch-eurozentrischen Bewußtsein — wir waren Monster, es war natürlich ein Genozid (1989)
Brigitte Lau, deutschstämmige frühere Leiterin des Nationalarchivs von Namibia, hat In ihrem Aufsatz “Uncertain Certainties” 1989 die These aufgestellt, dass die Klassifizierung der deutschen Kriegführung als Genozid Produkt einer eurozentrischen Perspektive und wissenschaftlich nicht belegbar sei.
> Deutschsprachig konservativ
- Im Schatten des Genozid (2006)
Eberhard Hofmann, Redakteur der AZ-Namibia, bespricht das Buch der Genozid-Verfechter, das der Herausgeber und Koautor, Dr. Henning Melber, letzthin in Windhoek selbst vorgestellt hat: “Genozid und Gedenken – Namibisch-deutsche Geschichte und Gegenwart. “
- Entrümpelung der von Trothaschen Proklamation des Jahres 1904 (2004)
Heiner Schneider-Waterberg, geb. am 22. November 1931 in Windhoek, geht anhand von Originalquellen der Kontroverse um den Schießbefehl Von Trothas nach. Der Autor ist auf der elterlichen Farm am Waterberg aufgewachsen, beherrscht Otjiherero, ist eng vertraut mit der Häuptlingslinie Kambazembi und widmet sich neben seinem Beruf als Landwirt (seit 1957) der Geschichte und dem Quellenstudium.







So, Jan 20, 2008
Dossier Genozid