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So sitze ich nun in Eurer Hand und Friede ist zugleich mein Tod und der Tod meiner Nation

So, Feb 3, 2008

Dossier Genozid, Gesellschaft

Hendrik Witbooi (* ~1830 in Pella, Südafrika; † 29. Oktober 1905 in den Karrasbergen, Südwest-Afrika) war seit Ende 1888 Häuptling („Kapitein“) des mit den Nama verwandten Orlam-Stammes der Witbooi. Orlam ist eine Sammelbezeichnung für im 17. und 18. Jahrhundert in der südafrikanischen Kapregion aus der Verbindung von holländischen Farmern Buren mit den bei ihnen tätigen Nama-Frauen entstandenen Stämme.

Mit einen hohen Grad an Intelligenz ausgestattet, vertiefte sich Hendrik Witbooi intensiv in den christlichen Glauben, darüber hinaus erlernte er mehrere europäische Sprachen. Andererseits hatte Hendrik Witbooi auch ein ausgeprägtes Machtstreben, wobei er es ausgezeichnet verstand, seine daraus resultierenden Handlungen mit christlichen Argumenten zu untermauern.

Am 3. Oktober 1904, unmittelbar nach Niederschlagung der Revolte der Herero und am Vortag der berüchtigten Trotha-Proklamation, hat Hendrik Witbooi den Deutschen den bestehenden Schutz- und Beistandpaktes aufgekündigt und stattdessen eine offizielle Kriegserklärung ausgesprochen. An dem sich anschließenden Nama-Aufstand in den Karasbergen beteiligten sich neben den Witbooi auch die Fransman-Nama unter Simon Koper und Jacob Morenga sowie versprengte Herero.

Die Nama wandten wieder ihre altbewährte Guerillataktik an und waren so schwer zu stellen. Dies war jedoch nicht mehr Witboois Kampf, denn mit über 70 Jahren war er alt und müde geworden, und so übergab er bald nach Ausbruch der Kämpfe seinem Sohn Isaak die Führung. Allerdings beteiligte er sich weiter an den Gefechten und beriet seinen Sohn in taktischen Fragen. Am 29. Oktober 1905 traf Witbooi eine Gewehrkugel am Oberschenkel und Witbooi verblutete am gleichen Tage.

Nach dem Tode Hendrik Witboois kapitulierten die Witbooi 1905; der Aufstand wurde jedoch von Jacob Morenga und Simon Koper bis zu deren Tod in den Jahren 1907 und 1908 fortgeführt.

Nach der Unabhängigkeit 1989 wurde Witbooi zum Nationalhelden des Landes ausgerufen. Seither ziert sein Bildnis alle namibischen Banknoten. Sein besten Brief ist schon zur Legende worden.

  • Brief Hendrik Witbois, geschrieben in Tsumis. In Keetmannshoop eingegangen am 27.7. 1905
    - Morenga, Uwe Timm; 1985; Verlag Kiepenheuer Witsch, Köln, Seite 89


An den hochgeehrten Freund und Bezirksamtmann.

Es ist wahr und ich stimme Euch bei, was Ihr mir sagt, von Eurer Macht und Uberfluß an Allem und ich stimme Euch auch bei, daß ich sehr schwach bin. Aber Ihr habt nichts geschrieben, was ich Euch antworten soll, nur rühmt Ihr Euch vor mir Eurer Macht, die ich selbst kenne.

Ferner habt Ihr mir auch Mitteilung gemacht von dem Preis auf meinen Kopf, so bin ich vogelfrei. Was den Jammer angeht, den Ihr wegen meiner Nation habt, den habe ich nicht, denn ich habe nicht Menschen geschaffen und Ihr auch nicht, sondern Gott allein. So sitze ich nun in Eurer Hand und Friede ist zugleich mein Tod und der Tod meiner Nation. Denn ich weiß, daß da keine Herberge ist für mich unter Euch.

Und ferner was Ihr von dem Frieden sagt, so erwider ich Euch, daß Ihr mich wie ein Schulkind über Euren Frieden belehrt. Denn so wie Euch bekannt ist, habt Ihr mich so viele Male als Vorspann gehabt in Friedenszeit, und was sehe ich in Eurem Frieden als uns mit allen Leuten zu vernichten, denn Ihr habt mich kennengelernt und ich habe Euch kennengelernt in unserer Lebenslänge; soweit schließe ich.

Ich bin Kapitän
Hendrik Witboi

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Eine Antwort auf “So sitze ich nun in Eurer Hand und Friede ist zugleich mein Tod und der Tod meiner Nation”

  1. Anonymous sagt:

    hola tu blog esta bien ¿que tema es el que has utilizado?
    http://real1902.wordpress.com/

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