Afrika an Obama: Yes, we can change
Obwohl der blitzgescheite und hochgebildete Barack Obama noch nicht einmal im Amt ist, wirkt er schon jetzt, auch und gerade in Afrika: Das fast ungläubige Staunen darüber, dass ein Halbafrikaner mit mehrheitlich weißen Stimmen zum mächtigsten Mann der USA, der Welt, gewählt wurde, ist in einen grenzenlosen Freudentaumel übergegangen und verändert das Selbstverständnis vieler Afrikaner.
Der simbabwische Politologe Blessing Chimbwanda etwa nimmt Obamas Wahlerfolg zum Anlass für eine noch nie gehörte Selbstkritik:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass etwa im Jahr 2023 ein Weißer zum Präsidenten von Simbabwe gewählt werden könnte, egal, wie fähig er ist. Dazu haben uns die meisten unserer afrikanischen Führer zu sehr mit Worten und Taten des Hasses gefüttert – von Leuten wie Idi Amin bis zu Robert Mugabe und anderen. Obamas Erfolg müsste für Afrika nun ein Anlass sein, darüber nachzudenken, warum trotz einiger positiver Anzeichen für eine Demokratisierung unsere Führer auf diesem Kontinent so traurig versagt haben (Übersetzung SPON).
Nun gibt prozentual gesehen genauso viele Schwarze in den USA wie es Weiße in Südafrika gibt — doch würde eine Helen Zille die Wahlen in Südafrika in absehbarer Zukunft gewinnen? Nein, gewiss nicht, dafür ist das neue Südafrika noch zu jung, die Wunden der Apartheid und der weißen Überlegenheitsdünkel noch zu frisch.
Doch auch dort in Afrika, wo nicht-rassistische Gesellschaften schon längst möglich sein sollten, wie in Zimbabwe, verstehen es die Politiker immer wieder, die Schuld für Hunger und Elend und Stagnation dem Westen und dem Kolonialismus zuzuweisen.
Obamas Wahl zum Präsidenten könnte nun dazu führen, dass Afrika endlich seine selbstgerechte Opferrolle ablegt. Nelson Mandela spricht in seinem Glückwunschschreiben von einer Inspiration für alle Menschen auf der Welt. „Ihr Sieg beweist“, schreibt Mandela „dass man nie den Traum aufgeben darf, die Welt zu etwas Besserem zu machen. Wir vertrauen darauf, dass das oberste Ziel ihrer Präsidentschaft darin besteht, die beiden großen Geißeln der Menschheit zu bekämpfen – Armut und Krankheit“.
Nun besteht also die Hoffnung, dass Obamas Sieg den Afrikanern endlich genug Selbstvertrauen geben kann, eben diesen Kampf gegen Armut und Krankheit in aller Konsequenz auch von ihren eigenen Führern und Präsidenten zu verlangen.
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Fr, Nov 7, 2008
Dossier Afrika, Politik