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Apartheid-Klage gegen Daimler: Jetzt wird es eng für Jürgen Schrempp

Sa, Apr 18, 2009

Dossier Politik, Südafrika

2002 wurden in den USA Sammelklagen gegen diverse Firmen eingereicht, die laut den Klägern durch Zusammenarbeit mit dem Apartheid-Regime in den 70er und 80er Jahren Gewalt und Rassentrennung in Südafrika unterstützt hätten. Mehr als 50 Unternehmen wurden zunächst verklagt, neben Industrieunternehmen auch Banken wie die Deutsche Bank, die Dresdner Bank oder die schweizerische UBS.

Nach jahrelangem Hin und Her ist nun eine entscheidende Wendung eingetreten. Die Klagen gegen Firmen, die “nur” Geschäfte mit dem Apartheid-Regime getätigt hatten, wurden endgültig fallengelassen. Die Richterin Shira Scheindlin entschied, dass auch wenn diese Firmen möglicherweise ein bestimmtes staatliches Handeln unterstützt hätten, so könnten sie nicht für das gesamte unter der Apartheid erlittene Leid verantwortlich gemacht werden. Aus diesem Grunde habe sie nun die Fälle “sehr viel enger” gefasst als sie ursprünglich eingereicht worden seien und nur Klagen gegen den Daimler-Konzern, die Düsseldorfer Rheinmetall-Gruppe, IBM, Ford und General Motors zugelassen. 

Die Kläger machen geltend, dass diese Unternehmen Anlagen und Systeme geliefert hätten, die von den südafrikanischen Sicherheitskräften direkt zur Unterdrückung der schwarzen Massen eingesetzt worden seien. Die Richterin unterstützte dieses Argument und lehnte zum Beispiel die Rechtfertigung IBMs ab, dass die Firma doch ihren Kunde eine bestimmte Verwendung ihrer Produkte nicht hätte vorschreiben können. Sie sagte laut BBC, dass “[t]hat level of wilful blindness in the face of crimes in violation of the law of nations cannot defeat an otherwise clear showing of knowledge that the assistance IBM provided would directly and substantially support apartheid.”

Durch diese Reduktion der Anklage wurden viel ideologischer Ballast und neo-sozialistische Selbstherrlichkeit abgeworfen. Ironischerweise wird die Anklage aber deshalb nun umso gefährlicher für Daimler. 

Zwar teilte der Daimler-Konzern auf Anfrage von sueddeutsche.de mit, man betrachte die Klage als unbegründet und sei zuversichtlich, die Gerichte würden im Sinne des Unternehmens entscheiden. “Wir haben dem Drängen vieler politischer Gruppen, unser Engagement in Südafrika während der Apartheid zu beenden, immer widersprochen. Denn wir waren und sind überzeugt, dass Dinge nur geändert werden können, wenn man in ein Land und dessen Gesellschaft einbringt”, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Südafrikanische Armee SADF: Truppentransporter Caspir mit ADE (Atlantic Diesel Engines) Motor von Daimler-Benz, Link zu satruth.co.za mit mehr Ausrüstungsgegenständen der SADFDoch diese “Einbringung” Daimlers in Südafrika, der normale Handel mit Luxuskarossen und Nutzfahrzeugen war nur die eine, die offizielle, Seite der Medaille. Und, wie oben beschrieben, die Richterin hat eben diesen Handel sowieso von den Klagen ausgenommen.

Wofür Daimler und die anderen jetzt belangt werden, ist deren direkte Zusammenarbeit mit der Unterdrückungsmaschinerie der Apartheid. Denn die andere Seite der Medaille des damaligen Engagements Daimlers in Südafrika war die eben genannte Nutzfahrzeug-Sparte des Konzern, genauer gesagt die Herstellung von Dieselmotoren.

Trotz aller offiziellen Dementis hat Daimler damals alle Dieselmotoren der südafrikanische Armee geliefert, jeder Panzer, jeder Truppentransporter, wurde von Daimler-Motoren angetrieben , was damals jeder wusste, der in die südafrikanische Armee musste, sprich jeder weiße Mann. Es prangte bloß kein Stern auf diesen Motoren, sondern ADE. 

Da die Lieferung von Dieselmotoren im Zuge der Sanktionen gegen Südafrika spätestens Ende der 70ger Jahre verboten wurde, wurden diese nicht mehr direkt aus Sindelfingen nach Südafrika geliefert. Das Apartheidsregime gründete einen eigenen Dieselmotoren-Hersteller, denn Dieselmotoren waren unersetzlich — eine Armee ohne fahrbaren Untersatz unter’m Arsch ist wehrlos. Fragen Sie nur die ANC oder die SWAPO, warum diese mit ihren kümmerlichen Fußsoldaten so hoffnungslos gegen die Südafrikanische Armee unterlegen waren.

Dieser Dieselmotoren-Hersteller war die halbstaatliche Atlantic Diesel Engines (ADE). Doch woher sollte plötzlich das Know-how für die Herstellung von Dieselmotoren kommen? Ganz einfach, Mercedes-Benz lieferte die Blaupausen, Jürgen “Rambo” Schrempp beaufsichtigte den Aufbau, fertig war die “eigene” Fabrik, die Sanktionen perfekt unterlaufen. Deshalb ist es dann auch kein Zufall, dass damals dann in großem Maßstab Militärlastwagen in den südafrikanischen Benz-Werkstätten repariert worden.

Jürgen Rambo Schrempp, Freund von Nelson Mandela -- Motiv der SAFRITja, niemand will darüber reden, niemand unterstützte die Apartheid, Jürgen “Rambo” Schrempp wurde sogar Freund von Nelson Mandela, Honorargeneralkonsul der Republik Südafrika und inzwischen Vorsitzender der SAFRI, Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft, doch sein Wirken kann nun mit Hilfe der Klagen in den USA endlich genau untersucht und ans Licht gebracht werden.

Diejenigen, die für die eigene Tasche mithalfen, dass das Apartheid-Südafrika sich so systematisch vom Polizeistaat der 60er Jahre zum Militärstaat der 70er und 80er Jahre entwickeln konnte, sollten sich dafür rechtfertigen.
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2 Antworten auf “Apartheid-Klage gegen Daimler: Jetzt wird es eng für Jürgen Schrempp”

  1. Emilio sagt:

    http://deciloquequierass.blogspot.com/

    Good Bloog my friend!! Congratulations!!

    good luck!! See you!

  2. Der/die/das Namibia/er sagt:

    My friend, I wish I knew what a “bloog” is?

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