A A
Werde Fan der i-Namibia-Facebook-Fanpage
Zwitschernd wie ein Strandläufer - i-Namibia on Twitter
Der coole i-Namibia-YouTube Kanal
Den i-Namibia-RSS-Feed abonnieren

Südafrika-Untergangs-Artikel zu harmlos: Die ANC-Jugendliga probt Stalin

Di, Mai 19, 2009

Dossier Politik, Südafrika

Es war mal wieder soweit: Spiegel Online veröffentlicht einen seiner periodisch erscheinenden Südafrika-Untergangs-Artikel. Und bleibt mal wieder auf halber Strecke stehen. Das Thema dieses Mal ist die Schlammschlacht zwischen Helen Zille und den Unterstützern Jacob Zumas.

Die Südafrikaner hatten am 22. April in einer fairen, freien und friedlichen Wahl den umstrittenen ANC-Chef Jacob Zuma fast mit Zweidrittelmehrheit zu ihrem neuen Staatspräsidenten gewählt. In der Provinz Western Cape – vergleichbar einem deutschen Bundesland – hatte es sogar einen Regierungswechsel gegeben: Die ehemalige Kapstädter Bürgermeisterin Helen Zille kann dort mit ihrer Demokratischen Allianz (DA) in den kommenden fünf Jahren mit absoluter Mehrheit regieren. Doch kaum im Amt, löste die Tochter deutscher Immigranten eine der schmutzigsten Schlammschlachten aus, die Südafrika je erlebt hat. 

Es begann noch relativ harmlos. Zille berief zehn Männer in ihr neues Kabinett, aber keine einzige Frau. Sechs der zehn Minister sind zudem Weiße. Kubi Rama von der Frauenrechtsorganisation Gender Links erklärte in einem offenen Brief an die Ministerpräsidentin, sie schwanke angesichts dieser Männerriege “zwischen Ärger und völliger Fassungslosigkeit”. 

Der Gewerkschaftsbund der Provinz legte Beschwerde bei der Menschenrechtskommission ein, weil er durch Zilles unausgewogene Kabinettsbildung die Verfassung verletzt sieht. Sogar die liberale Wochenzeitung ”Mail & Guardian” titelte entsetzt: “Die Rückkehr der weißen Männer.” Und “M&G”-Chefredakteurin Ferial Haffajee befand, Zille habe durch die Auswahl ihrer Ministermannschaft den Frauen “den Mittelfinger gezeigt”. 

Der neue Politstar stand plötzlich mit dem Rücken zur Wand – und keilte zurück: Sie nannte den neuen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma einen “bekennenden Womanizer mit zutiefst sexistischen Ansichten”, der seine Frauen dem Risiko ausgesetzt habe, sich bei ihm mit dem Aidsvirus zu infizieren. Zuma hatte 2006 in einem Vergewaltigungsprozess eingestanden, er habe ungeschützten Sex mit einer HIV-positiven Frau gehabt. Zuma war damals freigesprochen worden. 

Zilles Frontalangriff auf den Staatspräsidenten war eine Steilvorlage für den ANC, der seine Niederlage am Westkap noch nicht verwunden hat. Die Vereinigung der Veteranen des Freiheitskampfes drohte, sie werde die Provinz Western Cape unregierbar machen, wenn Zille ihr “antiafrikanisches und rassistisches Gebaren” nicht sein lasse. Zille sei “eine Faschistin schlimmster Sorte”. Der Sprecher der wegen ihrer verbalen Ausfälle berüchtigten ANC-Jugendliga, Floyd Shivambu, giftete: “Zille hat ein Männerkabinett von nutzlosen Leuten ernannt, die in der Mehrzahl ihre Boyfriends und Konkubinen sind, damit sie weiter mit ihnen herumschlafen kann.”

Hier der Originalwortlaut von Zilles “Frontalangriff” im Sowetan:

COSATU, whose partner, the ANC, has just dropped a woman from the Deputy President position, has a nerve to attack me over the gender composition of the DA and ID Western Cape Provincial Cabinet. 
The ANC, in all its 90 years of existence, has never elected (or deployed) a woman as its leader. The DA has done so within the first ten years of its existence. In fact, until recently, both the DA’s national leader and Parliamentary leader were women. 
The ANC’s alliance partners, the SACP and COSATU, are also led by men. And, more significantly, the ANC’s leader, Jacob Zuma, is a self-confessed womanizer with deeply sexist views, who put all his wives at risk by having unprotected sex with an HIV-positive woman. Even after this the ANC women’s league strongly endorsed his Presidential campaign. Their professions of support for women’s rights ring hollow indeed against this background. 
While some of the ANC’s senior women achieved their positions on merit, others are well known “quota appointments”. The ANC can therefore pretend to be serious about women’s rights, while actually patronizing women who want to be recognized for their ability. 
Jacob Zuma is able to make all his quota and politically expedient appointments because he has extended his Cabinet (including Deputy Ministers) to a ludicrous 62 members — at taxpayers’ expense. 
In contrast, Provinces are confined by law to 10 MECs drawn from the list elected to the provincial Parliament. 
Zuma’s expanded cabinet will cost an extra R19 million in salaries alone, before adding the cost of all the staff and perks to which they are entitled. But the real power remains firmly in the hands of the ’big men’. 
This is blatant hypocrisy. When women are appointed to meet a quota, it is an insult to every woman who has achieved her position through adding value, such as women in the DA. 
By paying lip-service to the empowerment of women, the ANC is also promoting the mindset that only women can care about the issues affecting women, or do something about them. The same applies to the ANC’s warped logic regarding race, which says that only black people can care about black people, that only whites can care about whites and so on. This is racist nationalist thinking which goes against the letter and spirit of our constitution. It is also something that every intelligent South African should reject. 
In the DA we believe that human beings can care for each other regardless of race or gender. The real test of democratic equality is how well services are delivered to everyone, on an equitable basis, not the colour or gender of the people delivering them. 
Helen Zille
Premier of the Western Cape
Das als Zurückkeilerei zu bezeichnen ist grotesk. Zuma hat nun einmal mit dieser AIDS-infiizierten Frau geschlafen und dann geduscht, um ein Ansteckung zu vermeiden, wie er selbst zugegeben hatte. Das sind die gerichtlich dokumentierte Tatsachen. 
Die Reaktion der ANC Jugendliga ist komplett überzogen und beängstigend. Die haben einen an der Waffel. Der Versuch von Spiegel Online, in dieser Sache dann doch ausgewogen zu berichten, ist einfach nur albern. 
Sogar in Südafrika selbst ist man da schon weiter. Radio 702 DJ Redi Direko versuchte kürzlich vergeblich, bei dem oben erwähnten Sprecher der ANC Youth League, Floyd Shivambu, herauszufinden, was genau gemeint war mit der Aussage, das Helen Zille “herumschlafen” würde.

Zille und Zuma, das laufende Aids-Risiko: Interview auf Radio 702 von DJ Redi Direko mit dem Sprecher der ANC Youth League, Floyd Shivambu

Zu köstlich. Aber auch bitter ohne Ende, dass sowas die Zukunft der ANC repräsentieren soll.

Bookmark and Share

Antwort hinterlassen

Login with Facebook:

iBraveNewWarrior

www.bergeundmeer.de
Ad Ad Ad Ad

Abonniere den i-Namibia-Feed

RSS-Feed abonnieren
Anzahl der aktuellen RSS-Abonnenten

Erhalten Sie die neuesten Beiträge in Ihrer Inbox. Ihre Daten sind sicher und werden unter keinen Umständen weitergereicht. Sie können den Service jederzeit wieder abbestellen. Punkt!

Geben Sie bitte Ihre gültige E-Mail-Adresse ein:



Zur endgültigen Aktivierung des Abos erhalten Sie vorab noch eine Bestätigungsnachricht per E-Mail.

Der Service wird bereitgestellt von FeedBurner

Friendfeed