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WM 2010 in Südafrika: Deutschland führt 10:1

Fr, Mrz 27, 2009

Dossier Südafrika, WM 2010

Die WM 2010 ist schon jetzt der WM 2006 in Deutschland hoffnungslos unterlegen. Es steht 10:1 für Deutschland, obwohl noch nicht einmal die zweite Halbzeit angepfiffen wurde.

Wie kommt’s? Well, die Nachfrage aus dem Ausland nach den Eintrittskarten für die Fußball-WM 2010 vom 11. Juni bis zum 11. Juli 2010 ist sensationell schlecht und kann überhaupt nicht mit jener im Vorfeld der WM 2006 in Deutschland mithalten. Damals gab es in der ersten Verkaufsphase zehn Millionen Bestellungen über das Internet für die 812.000 zur Verfügung gestellten Tickets. Wie die Fifa heute mitteilte, gingen bisher nur knapp eine Million Ticketwünsche für die 743.000 Karten in Südafrika ein. Flip, zehn gegen eine Million!

Natürlich übt sich die FIFA in Optimismus: “Wir haben eine phänomenale Resonanz von Fußball-Fans von der ganzen Welt erhalten”, sagte Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke.  Klar, phänomenal, indeed, phänomenal schlecht, wollte er wohl sagen. 

Die meisten Vorbestellungen kamen aus der Fußballgroßmacht USA — das ist wohl bezeichnend für die Zurückhaltung der meisten Fußballfans weltweit. An Nummer 2 der Bestellrangliste liegt England — ob die sich am Ende überhaupt qualifizieren? 
Die Locals, die bei den obigen Zahlen nicht berücksichtigt wurden, werden das Eisen wohl kaum aus dem Feuer holen, trotz vergünstigter Ticketpreise. Die Weißen gucken einfach kein Fußball vor lauter Rugby und Cricket.  
Abstimmergebnisse der Beeld-Zeitung aus Südafrika -- 93% der Leser besuchen die WM 2010 nicht
Die Leser der größten afrikaanssprachigen Zeitung Südafrikas, Beeld (wie der Name schon insinuiert, die Bild-Zeitung für Kapholländer), wollen zu 93% keine Karten kaufen, lediglich 1% hat schon Tickets beantragt und 6% gedenken dies noch zu tun (oder auch nicht ). 
Die Schwarzen in Südafrika sind leider auch keine notorischen Stadiongänger, egal wie oft die FIFA auch das Gegenteil behauptet. Fußball – das ist zwar in Südafrika allemal der Sport der schwarzen Bevölkerungsmehrheit, aber trotz großer Zuschauerzahlen im Fernsehen ist der Besuch bei Spielen der nationalen professionellen Liga dagegen extem schwach — Spiele der ersten Liga vor 300 Zuschauern sind keine Seltenheit. Nur das große Derby Kaizer Chiefs gegen Orlando Pirates in Johannesburg zieht bis zu 80.000 Zuschauer an — den großen Rest der Spiele interessiert niemanden. Und dann schon gar nicht eine Vorrundenpaarung wie Paraguay gegen Australien, zum Beispiel. 
Kaizer Chiefs gegen Orlando Pirates in Johannesburg 2006, Chiefs gleicht aus zum 1:1
Aber ach, wenn der Confed-Cup ohne große Zwischenfälle über die Bühne geht, werden die Stadien am Schluss doch voll sein. Auch wenn das bedeutet, dass am Schluss die Leute umsonst rein dürfen und mit einer gratis Cola und einer tollen gelben Tröte für 50 Cent geködert werden müssen.
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