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Der Spiegel und die Democratic Alliance: Kritik an aufrührerischer Berichterstattung

Di, Mrz 17, 2009

Dossier Deutsche Medien, Südafrika, etc

Die Democratic Alliance, die wichtigste Oppositionspartei Südafrikas, beschwert sich über den Spiegel.  Die Berichterstattung der Zeitschrift über die bevorstehenden Wahlen beruhe auf sensationsheischenden Effekten zur Steigerung der Auflage und würde so Touristen und potentielle Investoren unnötig abschrecken. Diese Bloßstellung Südafrikas wolle die DA nicht länger hinnehmen.  O-Ton aus der Presseerklärung der DA von gestern: 

South Africa is a magnificent great country with enormous potential. The DA will not let this potential be compromised by opportunistic reporting apparently aimed at selling newspapers rather than reporting objectively.

Besonders im Fokus steht ein Artikel auf SPON vom Februar dieses Jahres mit dem Titel: “Die Armee steht bereit”.Das tut sie laut Verteidigungsminister Charles Nqakula, um Gewalttätigkeiten in den bevorstehenden Präsidentschaftswahlen zu unterbinden. Warum diese Gewalt zu eskalieren droht, versucht der Artikel zu erklären. 

Logo der Democratic Alliance, Oppositonspartei in Südafrika Die unrühmliche Rolle Jacob Zumas, der trotz Anklagen wegen Korruption, Geldwäsche und Betrug  als Chef der Regierungspartei ANC die Wahlen wahrscheinlich gewinnen wird, die hasserfüllte und wahrlich “inflammatory” Polemik der Jugendorganisationen der rivalisierenden Parteien untereinander, alles wird beleuchtet. Und der Artikel endet sogar mit einem Hinweis auf die positiven Seiten von Jacob Zuma.
Natürlich geschieht dies mit dem Spiegel-typischen, oder muss man sagen typisch deutschen Hang zur zynischen Überspitzung.  Aber von einem “opportunistischen” Artikel zu sprechen, ist angesichts der im Vergleich zu westeuropäischen Verhältnissen tatsächlich prekären Situation vor Ort in Südafrika total unangebracht.

… anyone living in South Africa will know that the country is not on the brink of civil war and that the electoral process has for the most part been smooth. 

Das nennt man wohl selektive Wahrnehmung. Ist es wirklich “smooth”, wenn sich die verschiedenen Parteien gegenseitig mit Morddrohungen (“Kill Lekota”) überziehen? Dieser Meinung muss man nicht sein. Aber die DA legt dann noch einen darauf: 

Yet Germans who have not been to South Africa do not have any context within which to place these articles, and are going to be left with the impression that South Africa is just another African country on the point of implosion.

Welcher Teufel hat die eigentlich liberale und aufgeklärte DA denn bloß geritten? Demokraten attackieren die anspruchsvolle, freie Presse nicht in dieser polemischen Form. Dann aber auch noch aus der Ferne Zweifel an der Urteilskraft der Spiegel-Leserschaft zu äußern, das sprengt jegliches Maß. Die DA hat wohl leicht die Bodenhaftung verloren.  

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