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Der wahre Kolonialismus wird nicht von euren Unternehmern, diesen vermeintlichen Ausbeutern, an den Tag gelegt, sondern von euren Philantropen

Mo, Jun 4, 2007

Dossier Afrika, etc

Unerbittlich, Henry Lubega, Journalist in Ugandas Hauptstadt Kampala, der von den Plänen, die Entwicklungshilfe für Afrika zu erhöhen, wenig hält — wie eine steigende Zahl afrikanischer Intellektueller, so Thilo Thielke auf Spiegel Online in einem Beitrag über den G-8-Gipfel aus afrikanischer Perspektive unter dem Titel “Warum Afrika kein Geld vom Westen braucht”. Kurzum, Lubegas Analyse ist bestechend, aber Alternativen hat er auch nicht, oder erwähnt sie einfach nur nicht, denn ganz ohne Hilfe, mhhh, schwierig, denn wie genau die Überlebenskräfte des anderen stärken, ohne ihn mit seiner Philanthropie zu erdrücken, das ist hier die Frage aller Fragen, die da neuer Antworten bedarf.

Warum Afrika kein Geld vom Westen braucht

… Die Regierungen hier lassen es sich auf eine unverschämte Art und Weise von den westlichen Steuergeldern gutgehen und unternehmen nahezu nichts, die eigene Wirtschaft zu fördern.” Ohne die komme Afrika aber nicht auf die Beine.

Es sei ganz einfach: Würde die Finanzhilfe der korrupten afrikanischen Regierungen gestrichen, müssten sich die Führer nach anderen Einkommensquellen umsehen: Steuern. “Erstens würde das die Vetternwirtschaft einschränken, denn Geld müsste dann auch von afrikanischen Wirtschaftsbonzen abgeführt werden, und die zahlen im Moment fast gar nichts. Und zweitens müsste die Regierung die Wirtschaft fördern, denn nur wenn die Wirtschaft brummt, nimmt auch der Staat Geld ein.”

Lubegas Theorie klingt simpel und ist einleuchtend. Warum der Westen nicht verstehen will, dass er Afrika langfristig “zu Tode hilft” ist ihm ein Rätsel. Es habe wohl mit Psychologie zu tun, meint er achselzuckend: “Eure Minister und Schlagersänger fühlen sich besser, wenn sie sich auf diese Art produzieren können.”

Und Afrika? “Ist ihnen wohl herzlich egal.” Es klinge vielleicht paradox – aber manchmal sei eben mehr geholfen, “wenn die Überlebenskräfte des anderen gestärkt würden, als wenn man ihn mit seiner Philanthropie erdrücke”.

Lubega steht mit seiner Ansicht nicht allein in Afrika. Dass er in Europa gehört wird, glaubt er hingegen kaum. “Die wahre Arroganz, der wahre Kolonialismus wird nicht von euren Unternehmern, diesen vermeintlichen Ausbeutern, an den Tag gelegt, sondern von euren Philanthropen. Sie sollten tun, worauf sie spezialisiert sind: Popmusik machen oder Parteipolitik. Afrika ginge es ohne ihre ständigen Nachstellungen jedenfalls besser.” …

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