Lesben in Südafrika: Korrekturvergewaltigungen nehmen zu
The Guardian aus England berichtet über die zunehmende Tendenz in Südafrika, Lesben zu schlagen und zu vergewaltigen, um sie so von ihrer “Krankheit” zu heilen. Man(n) nennt das “corrective rape”, Korrekturvergewaltigungen. Was für ein Monstrum von Wort. Und Tat. Und die Behörden schauen nach Möglichkeit weg.Â
Nachdem Eudy Simelane, die ehemalige Spielmacherin der Banyana Banyana, der südafrikanischen Frauennationalmannschaft, im April letzten Jahres bei einer Massenvergewaltigung brutal ermordet wurde, wurde die Problematik endlich öffentlich wahrgenommen, hatte aber auch leider zur Folge, dass sogar noch mehr Lesben belästigt wurden. Einer Lesben- und Schwulen-Selbsthilfegruppe in Kapstadt zu Folge kämen allein in der Kap-Metropole jede Woche zehn neue Fälle von “Korrekturvergewaltigung” hinzu. Aber in den letzten zehn Jahren gab es bei 31 gemeldeten Taten nur eine Verurteilung.Â
Als Reaktion darauf prangert der Guardian das Scheitern des südafrikanischen Rechtssystem an, Hassdelikte auf der Grundlage der sexuellen Ausrichtung anzuerkennen. In der Berurteilung des Falles Simelan sagte der Richter, dass ihre sexuelle Ausrichtung bei ihrem Mord keine Rolle gespielt habe.Â
Wer diese Haltung nicht nachvollziehen kann oder gar für unmöglich hält, der schaue sich das Video an, das der Artikel im Guardian mit dem Titel “Raped and killed for being a lesbian: South Africa ignores ‘corrective’ attacks” enthält. Lesben schildern ihre alltäglichen Erlebnisse und diverse Männer ihre Haltung gegenüber Lesben. Tiefpunkt ist ein junger Mann, der voller Inbrunst sein Verständnis für “Korrekturmaßnahmen” bei Lesben ausdrückt.Â
Wie verwirrt kann man sein über das Wesen der Sexualität, über die Rolle von Mann und Frau und der modernen Welt?







Fr, Mrz 20, 2009
Dossier Südafrika, etc