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Subventionsheuschrecken auch in Namibia

Sa, Mrz 15, 2008

Dossier Wirtschaft

Nun ist es offiziell, am Donnerstag vergangener Woche hat das malaysische Textilunternehmen Ramatex seine Fabrik in Windhoek kurzfristig geschlossen. Und ist noch nicht einmal willens, dem entlassenen Personal das gesetzlich vorgeschriebene Minimum von einer Woche Gehalt pro geleistetem Dienstjahr als Abfindung zu zahlen. Ein Armutszeugnis für die Industriepolitik der Regierung — und ein Fingerzeig, wie die Emanzipation von Europa durch die Substituierung fernöstlichen Investitionen nur in der Sackgasse enden kann.

Die Schließung der Ramatex-Fabrik in Windhoek hat deutlich gemacht, dass das malaysische Textilunternehmen sein Engagement in Namibia von Beginn an als befristetes Gastspiel angelegt hatte.

Als Ramatex 2002 hierzulande seine Produktion aufgenommen hat, war bereits deutlich, dass drei Jahre später die Textilquote der Welthandelsorganisation (WTO) auslaufen würde, die vor allem asiatische Länder daran hindern sollte, den globalen Markt mit billiger Kleidung zu überschwemmen. Ramatex war also bereits vor ihrer Fabrikeröffnung in Windhoek klar, dass es nach 2005 für die Firma keine weitere Veranlassung geben würde, im Ausland zu produzieren, weil die Exportauflagen in der Heimat dann wegfallen würden.

Für die Geschäftsführung galt es folglich nur, diesen Zeitraum zu überbrücken und Namibia bot sich dabei als Standort an, weil sie hier im Rahmen des African Growth and Opportunity Act (AGOA) zollfrei in die Vereinigten Staaten exportieren konnte. Ungeachtet dieses Privilegs muss Ramatex aber schon damals geplant haben, Namibia nach dem Fall der Textilquote zu verlassen, weil sich in Malaysia grundsätzlich billiger produzieren lässt.

Von der Hoffnung auf tausende Arbeitsplätze geblendet, hat die namibische Regierung die nahe liegende Vermutung ignoriert, dass der Aufenthalt von Ramatex von kurzer Dauer sein würde. Vielmehr hat sie den Textilproduzenten zunächst mit einem kostenlosen Grundstück geködert und dann mit Zugeständnissen wie der subventionierten Strom- und Wasserversorgung hofiert.

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