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Deutsche Entwicklungshilfe in Aktion — Marke Privatwirtschaft

Sa, Jun 16, 2007

Dossier Deutsche Medien, Tourismus

Die Bundesrepublik finanziert nicht nur den Export ihrer U-Boote nach Südafrika, um deutsche Arbeitsplätze zu fördern, Hilfe zur Selbsthilfe quasi, nein, deutsche Motorenkunst steckt auch in Karren. Und dass die Hersteller ausgerechnet der Luxuskarren deutscher Facon wie blöd unsere Infrastruktur missbrauchen, wissen wir ja zu Genüge.

Inzwischen wurde dieser Brauch sogar von der deutschen Presse entdeckt. Siehe unten. Und unsere Existenz, auch die der deutschsprachigen Namibier, mal nicht im Zusammenhang mit Völkermord und Globalisierungsopfertum erwähnt. Eigentlich ein guter Text für die namibische Wirtschaftsförderung.

Nur zur Info, deutsche Autohersteller: Hallo, wir sind ein Entwicklungsland, und die Straßen, auf den ihr testet, wurden von den Südafrikanern größtenteils für den Krieg gebaut. Schützt die Wüste und teilt euer Wissen, denn eure Karren lösen vielleicht mehr als noch in Deutschland Sozialneid aus.

Wüstenritt der Erlkönige — Vorserienerprobung in Namibia

… Immer häufiger führen Erprobungsfahrten auch nach Afrika. In Südafrika und im benachbarten Namibia finden die Hersteller ideale Bedingungen, sagt Frank Isenberg, der jahrelang für BMW eine eigene Testcrew in Südafrika leitete. Die Liebe zum “schwarzen Kontinent” kommt nicht von ungefähr. “Dort im Süden ist Sommer, wenn in Deutschland Winter herrscht. So können wir dem Wetter hinterherreisen und Hitzeerprobungen auch in der Skisaison fahren”, sagt Isenberg. Außerdem sind die Straßen in einem überraschend guten Zustand und in der Regel eher leer. “Dort kann man auch konstant etwas schneller fahren als auf unseren staugeplagten Autobahnen”, heißt es bei manchem Testfahrer.

  • Mercedes-Benz braust durch die Noch-nicht-Wüste irgendwo im Süden


Isenberg zum Beispiel erinnert sich an eine schnurgerade Landstraße bei Lüderitz, auf der sein Team vor ein paar Jahren in zwei Wochen mit zwei Autos exakt 50.000 Kilometer abgespult hat. “Bei uns wäre das undenkbar.” …

  • Audi-Spot aus der namibischen Halbwüste für den neuen A5

… Der Süden Afrikas bietet auch logistische Vorteile: Es gibt keine Zeitverschiebung, so dass man aktuelle Messergebnisse oder andere Erkenntnisse am Telefon umgehend mit den Kollegen in der Zentrale besprechen kann. Und während an den üblichen Teststrecken, etwa im amerikanischen Death Valley oder im schwedischen Arjeplog, mittlerweile nicht nur die professionellen Fotografen der Fachmagazine, sondern oft genug auch Urlauber mit großen Teleobjektiven auf der Lauer liegen, “gibt es hier in Südafrika noch nicht so viele neugierige Augen”, sagt Isenberg. Außerdem sagt er: “Hier arbeitet man einfach effektiver. Auf der Teststrecke in Aschheim bei München gelten die normalen Arbeitszeiten, man fährt bis Feierabend und danach will jeder schnell nach Hause. In Afrika ist das Alternativprogramm weniger verlockend. Wenn es sein muss, fährt man hier von Sonnenauf- bis -untergang.”

Die Autohersteller sind gerüstet. So nutzt zum Beispiel BMW das Werk in Südafrika als logistische Basis für Erprobungsfahrten, Mercedes kann seine Erlkönige in der Fabrik in East London in der Kap-Region aufbereiten, und Audi hat angeblich ein eigenes Testcenter in Namibia errichtet. Offizielle Angaben dazu gibt es in Ingolstadt zwar nicht. Doch die gerade einmal 80.000 weißstämmigen Einwohner im ehemaligen Deutsch-Südwest sind gut vernetzt und fast alle im Tourismus beschäftigt. Dort sprechen sich solche Informationen schnell herum.

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